Aktivitäten

Wie Brockenhexen das Fürchten lernten



Es war ein kühler Donnerstagmorgen im Mai 2011, als die Ehrenabteilung unter Führung des Präsidenten Heinz-Willi Keuenhof und des Reiseleiters Jürgen Schumann sich auf den Weg machte, den Osten zu erobern. Die Deutsche Bundesbahn kam planmäßig 10 Minuten später und der Spaß konnte beginnen. Nachdem wir unsere Koffer in alle Stellungen einmal durch Regio und ICE gewuchtet hatten, entspannte sich die Lage mit Hilfe von Bier und Likör. Immer tiefer ging es in den Osten der Republik an großen und kleinen Bahnhöfen vorbei "Haste mal ne Mark" gen Wernigerode.

Nach zwei weiteren Stunden Bummelzug mit persönlicher Ansage und Fahrerin kamen wir gegen Mittag an unserem Ziel an. Da die Zimmer noch nicht bezugsfertig waren, testeten wir die nächstgelegenen gastronomischen Vergnügungsstätten und die Männer pilgerten mit ihrem Gastgeschenk zum nahe gelegenen Feuerwehrmuseum. Dies hatte dann zur Folge, dass die Damen derselben die Koffer allein zum Zimmer bugsieren durften. Aber wir lieben ja unsere Feuerwehrmänner!

Am späten Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zur Hasseröder Brauerei die schon sehr beeindruckend war. Wir wurden ordentlich über Maische und Whirlpools aufgeklärt und durften den Duft der großen weiten Welt einatmen. Die Folge waren ein paar Sofortausfälle. Die anschließende Vesper mit Bierausschank versöhnte uns mit unserem Gastgeber. Der letzte Bus an diesem Tag, immerhin 19.30 Uhr, fuhr uns ins Hotel zurück. Wir nahmen noch einen Scheidebecher und ließen den Tag ausklingen. Die Hitze, die Gerüche, die Eindrücke des Tages taten ihr übriges. Heinz-Willi wurde zum Hans-Josef und Josef sah Schmetterlinge.

Freitags beschlossen wir den Brocken zu erkunden. Wir bestiegen die Brockenbahn und ließen uns den Berg hinaufbummeln. Gute Sicht gab es schon, auch kein Schneesturm, aber man musste gegen den Wind ankämpfen und hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten (nein, kein Alkohol zu diesem Zeitpunkt!). Nach einem kleinen Imbiss im Brockenimbiss kam mann dann auf die wahnwitzige Idee, den Brocken nach Schierke abzuwandern.

Orginalton Jürgen: 5km, höchstens 1 Stunde

Vielleicht kennt Ihr ja das Lied: "Dieser Weg wird kein leichter sein..." Wir zerfielen in drei Pioniergruppen: die Rückzugbummler, die Gebirgsgemsen und die Abfahrtsläufer. Nach vielen km (gefühlt 25, tatsächlich wohl 10-12km) und einigen Tannenstops (Hallo Beate und Marlies) kamen wir vollkommen erledigt (Hallo Heinz- Willi, ich oute mich auch) in Schierke an. Das „Tollhaus“ des Harzes schlief gerade seinen Nachmittagsschlaf und wir fanden Gott sei Dank ein geöffnetes Wirtshaus, wo wir uns mit Kuchen, Kaffee und Bier stärkten. Danach waren wir wenigstens in der Lage zur Bushaltestelle zu laufen, um mit dem Bus heimwärts zu gondeln. Das Abendessen im Hotel war reichlich (nahe), zum Teil gut, bei einigen so lala, aber die Witze und Anekdoten (manchmal auch Zoten) um so besser. Auch dieser Abend endete mit Tiefschlaf.

Samstags hieß die Parole: Thale - Quedlinburg oder Quedlinburg - Thale

Auch im Harz gehen die Uhren samstags anders bzw. fahren die Busse weniger. Trotzdem fanden wir einen, der uns nach Thale karrte zur Eroberung des Hexentanzplatzes. Die Auffahrt mit der Seilbahn verlief ohne größere Verluste und die ganze Gruppe fiel über die Brockenhexe und den Teufel her. Die Armen konnten sich noch nicht mal wehren. Die Aussicht war großartig und die anschließende Abfahrt mit der Gondel eröffnete uns einen weiten Blick ins Land. Nach einer Busharzquerdurchfahrt kamen wir wohlbehalten in Wenigerode an. Das anschließende Abendessen in der Post war schmackhaft, unterhaltsam, viel versprechend und für manche sehr lehrreich. Auch wenn Heinz Willi bald im Baum gelandet wäre, Uschi und Wilfred etwas Besseres vorhatten landete der ganze Verein zum Anzünden des Grubenlichts im Zimmer von Gisela und Jürgen. Über den Rest des Abends wurde der Mantel des Schweigens ausgebreitet!

Am nächsten Morgen fuhren wir noch mit der Bimmelbahn zum Schloss hinauf und bildeten uns kulturell (genauso genommen H.W, Beate und ich). Der Rest ging über zur Körperkultur und verdrückte sich in den Biergarten. Mittags setzte uns die Bahn mit Sack und Pack am Bahnhof ab und wir machten uns unter dem Eindruck der zurückliegenden Ereignisse gutgelaunt, angeregt und besellt durch flüssige Obstgaben auf den Heimweg.
Zum Abschluss ein Resultat: Viel Spaß gehabt, einiges erlebt und beim nächsten Mal wieder dabei, dass wünsche ich uns Allen.

Eure Monika